Sternhaufen

Sternhaufen M13 im Sternbild Herkules - Bild von Stefan PliesterDies ist die nächste Stufe der „Sternformationen“. Sternhaufen sind eine Ansammlung von vielen Sternen auf einem relativ engen Raum. Nach außen hin unterscheidet man nach dem äußeren Erscheinungsbild um welche Art von Sternhaufen es sich handelt. Die meisten Sternhaufen, werden nach bekannten Katalognummern in Sternatlanten und Katalogen festgehalten, z.B. den New General Cataloge oder den Messier-Katalog, benannt nach dem französischen Astronomen Charles Messier.

Kompaktere Sternhaufen, bezeichnet man als Kugelsternhaufen, die etwas aufgelockerten Sternhaufen wie z. B. M45 (Plejaden) bezeichnet man als offene Sternhaufen.

Die meisten Sternhaufen sind schon mit einem Feldstecher gut zu beobachten, jedoch erst in größeren Teleskopen (ab 150mm = 6 Zoll ) bis in das Zentrum hin auflösbar.

 

Der Kugelsternhaufen M13 sowie der offene Sternhaufen NGC 869, NGC 884 (h und Chi Persei) sind schon unter guten Bedingungen mit bloßem Auge als verwaschene Fleckchen zu beobachten.

 

Nun gibt es noch die Sternassoziationen. Sternassoziationen sind „Sternmuster“ wie z. B. der ET – Cluster im Sternbild Cassiopeia oder der Kleiderbügel (CR 399).

Kugelsternhaufen

Ein Kugelsternhaufen besteht aus mehreren hunderttausend Sternen die sehr nahe beieinander stehen, sodass wir im Zentrum die Sterne gar nicht mehr einzeln unterscheiden und zählen können.

 

Im Zentrum eines Kugelsternhaufens stehen Sterne ca. 500 mal so dicht wie in der Sonnenumgebung.

Wäre die Erde ein Planet in einem Kugelsternhaufen, so wäre es wegen der vielen „Sonnen“ Nachts so hell als würden mehrere hundert Vollmonde am Himmel stehen.

Die Verteilung der Kugelsternhaufen in unserer Milchstraße ist ganz charakteristisch. Sie liegen konzentrisch verteilt um das Zentrum der Milchstraße. Die Kugelsternhaufen, befinden sich nicht wie Nebel innerhalb der Milchstraße sondern außerhalb der Milchstraße.

Heutzutage kennen wir rund 131 Kugelsternhaufen, die Gesamtzahl der Kugelsternhaufen wird inzwischen, auf 200 bis sogar 2000 geschätzt.

Diese Verteilung der Kugelsternhaufen zeigen, das es sich um alte Objekte handeln muss, denn dort außerhalb der Milchstraße gibt es heute keine interstellaren Gaswolken und darum auch keine Sternentstehung mehr.

offene Sternhaufen

Offene Sternhaufen sind relativ lockere und unregelmäßige Ansammlung von Sternen. Die Anzahl der Sterne in offenen Sternhaufen liegen meist bei hundert bis so wenigen Sternen, das man dieser kaum noch für Sternhaufen halten kann.

 

Spezialkataloge enthalten etwas über 1000 offene Sternhaufen, die Gesamtzahl dieser in unserer Milchstraße wird auf rund 15000 geschätzt.

Sie sind also viel häufiger vertreten, als die Kugelsternhaufen.

 

Die offenen Sternhaufen, sind sehr stark zum galaktischen Zentrum hin verteilt. In der galaktischen Ebene, finden wir rund 400 offene Haufen pro kpc³ das ist ein Würfel von 100pc oder 3600 Lichtjahren Kantenlänge, 12,2 in 500pc Abstand von der Ebene aber noch 1% davon also 4 Haufen pro kpc³.

Wegen der relativ wenigen Sternen, sind die Gravitationskräfte viel geringer als bei den Kugelsternhaufen, die Haufen lösen sich darum von Störungen schneller auf. Die Lebensdauer von offenen Sternhaufen liegt bei rund 100 Mio. Jahren.

Sternassoziationen

Sternassoziationen sind die lockersten Ansammlungen von Sternen, die es überhaupt gibt.

Hierbei ist die räumliche Dichte dieser speziellen Sterne oft sogar geringer als die allgemeine Sterndichte in der Umgebung. Schon das bedeutet, dass es sich um instabile Gruppen handelt.

 

Die Sterne einer Sternassoziation werden also nicht durch ihre gegenseitige Schwerkraft zusammen gehalten wie bei den offenen und den Kugelsternhaufen, die Gruppe läuft vielmehr auseinander. Es handelt sich um sehr junge Objekte die erst kürzlich an einem Orten entstanden sind um sich darum von ihrem Entstehungsort noch nicht weit entfernen konnten.

 

Das Alter solcher Sternassoziation liegt bei ca. 1 – 10 Mio. Jahre. Bei den Sternassoziationen unterscheidet man noch in Gruppen. Die erste Gruppe ist die OB Assoziation. Dies ist eine Ansammlung von o und B Sternen, bis zum Spektraltyp B2. Alle Kataloge enthalten ca. 70 OB Assoziationen. Die zweite Gruppe sind die T- Assoziationen. Dies sind Ansammlungen von T-Tau Sternen. Bei den T Tau Sternen handelt es sich um schwächere Sterne die im Zuge der Sternentwicklung noch nicht die Hauptreihe erreicht haben, sie befinden sich noch in der Phase ihrer Kontraktion und zeigen unregelmäßige Helligkeitsausbrüche. Die dritte und letzte Gruppe ist die R Assoziation. Das ist eine Ansammlung von Sternen in Reflexionsnebeln. Das sind meistens Sterne vom Typ B0V bis A0V vereinzelt aber auch überriesen späteren Typs. Das Licht der Sterne wird von den Nebeln rund herum reflektiert. Man kennt ca. 20 Assoziationen.

Impressum | Kontakt | Site Map | Printable View
© 2010, Stephan Brüning, Astroinfos.net
Login Logout