Die Zukunft unseres Planeten wird nicht nur von langfristigen und damit langsamen Entwicklungen geprägt, die vorwiegend durch geologische Prozesse bedingt werden, sondern auch durch plötzlich auftretende, teilweise dramatische Ereignisse. Ursache sind mitunter Himmelskörper aus dem Weltraum, die das Schicksal der Erde und ihrer Lebewesen in der Vergangenheit schon öfter dramatisch beeinflusst haben.
Wir müssen trotzdem damit rechnen.Inzwischen kennen die Geologen mehr als 150 solcher Krater, die beim Einschlag eines größeren Brockens aus dem Kosmos entstanden. Ihre Durchmesser reichen von etwa 100 Kilometern im Fall des etwa 1,8 Milliarden Jahre alten Sudbury-Kraters in Nordamerika bis zu einigen wenigen Metern: Einer der Krater, die Mitte des 19. Jahrhunderts beim Einschlag eines Meteoriten im Süden Saudi-Arabiens entstanden, hat einen Durchmesser von lediglich elf Metern.
Doch auch der Nördlinger-Ries-Meteorit war noch ein Zwerg gegen den Himmelskörper, der vor 65 Millionen Jahren in der Gegend der heutigen Halbinsel Yucatan im Golf von Mexiko auf die Erde geprallt sein muss und der für das Aussterben der Dinosaurier und zahlreicher anderer Tierarten verantwortlich gemacht wird.
Der Krater, der inzwischen von einer Kilometer dicken Sediment Schicht am Meeresboden zugedeckt wird, hat einen Durchmesser von rund 180 Kilometern. Eine solch riesige Narbe lässt auf ein mindestens 10 Kilometer großes Objekt schließen, das damals mit der Erde zusammengestoßen ist. Mutmaßliche Spuren dieses gewaltigen Einschlags haben Geologen seit 1980 an vielen Stellen der Erde gefunden.
Die Folgen wären katastrophal, da heute ein Großteil der Menschen in dicht bevölkerten Küstenstädten lebt. Erhitzt sich die Atmosphäre, bilden sich außerdem große Mengen an Stickoxiden, die von den Regentropfen als saurer Regen ausgewaschen werden. Die Ozonschicht wird zerstört, und die aufgewirbelten Staubmassen verdunkeln den Himmel für Wochen oder gar Monate.
Alles in allem wäre dies eine Umweltkatastrophe, von der sich die menschliche Zivilisation nur sehr langsam wieder erholen würde. Angesichts einer solchen latenten Bedrohung aus dem Kosmos sind die Astronomen deshalb bemüht, etwaige Kollisionen frühzeitig zu erkennen.
Parallel zu einer möglichst umfassenden Bestandsaufnahme registrieren Astronomen am Asteroidendatenzentrum der Internationalen Astronomischen Union in Cambridge/Massachusetts alle Beobachtungen von Kleinplaneten und beziehen sie fortlaufend in verbesserte Bahnberechnungen mit ein.