Nun kommen wir also zum Jupiter und damit zum größten Planeten des Sonnensystems. Der Planet Jupiter ist der uns am nächsten stehende Gasplanet und gleichzeitig das größte Objekt im Planetensystem nach der Sonne, darüber hinaus ist er der sich am schnellsten drehende Planet, ein Tag dauert dort nur 9h 55m.. Interessant ist auch Jupiters Rolle der Revolution unseres Weltbildes. Als Galileo Galilei sein erstes Fernrohr auf den Planeten richtete, fand er schnell heraus, dass sich vier gut sichtbare Monde (die galiläischen Monde Io, Europa, Ganymed und Callisto) um Jupiter bewegen, bis zu diesem Zeitpunkt war es der unumstößliche Glaube, dass sich jeder einzelne Körper des Himmels einzig und allein um die Erde dreht die unangefochten im Zentrum des Universums stand. Eine Berühmtheit auf dem Planeten ist neben der Wolkenbänder die von der Erde aus zu beobachten sind, der große rote Fleck (GRF), ein gigantisches Sturmgebiet, das bereits seit 300 Jahren beobachtet wird und den doppelten Erddurchmesser aufweist. Der Planet besteht zu 89,8% aus Wasserstoff und zu 10,2% aus Helium, eigentlich ist er eine verhinderte Sonne, wäre Jupiter in der Lage gewesen in der Zeit der Entstehung des Sonnensystems noch mehr Gas an sich zu binden, hätte auch ihn seinem Zentrum die Kernfusion eingesetzt und unser Sonnensystem wäre ein Doppelsternsystem geworden, ob sich das mit der Entstehung von Leben vertragen hätte sei dahingestellt. Seine gewaltige Masse (mehr als alle anderen Planeten zusammen) erfüllt eine lebenswichtige Funktion für die Erde, durch seine starke Gravitation zieht er vagabundierende Asteroiden ein und stabilisiert den Asteroidengürtel der zwischen Mars und Jupiter im All schwebt, ohne Jupiter wäre die Erde wohl auch heute noch einem starken Bombardement von Gesteinsbrocken ausgesetzt und das Leben wie wir es kennen hätte wohl niemals eine solche Vielfalt und Niveau erreichen können. Von besonderem Interesse sind auch die Monde des Jupiter, die vier größten (galiläischen) Monde haben die Größe von kleinen Planeten und sind geologisch wohl aktiv, auf dem Mond Europa wird sogar ein gigantischer flüssiger Wasserozean unter einer 100km dicken Eiskruste vermutet. Auch Jupiter ist in den vergangenen drei Jahrzehnten von diversen Sonden besucht worden, Pioneer 10 und 11, Voyager 1 und 2, Ulysses, Galileo und Cassini. Die Sonde New Horizons die auf dem Weg zu Pluto ist, hat Anfang 2007 ebenfalls beeindruckende Aufnahmen vom Jupiter zur Erde gesendet.
Jupiter im Teleskop:
Schon bei niedrigsten Vergrößerungen kann man den Tanz der galiläischen Monde um Jupiter beobachten. Ebenfalls sofort auffällig sind die verschiedensten atmosphärischen Wolkenbänder. Bei entsprechenden Bedingungen und Optik sind auch der GRF sowie andere atmosphärische Details auszumachen. Ebenfalls interessant sind die Vorrübergänge (Transits) der Monde, die dann auch mitunter gut sichtbare Schatten auf dem Planeten werfen.
Ø Entfernung zur Sonne: 5,204 AE
Durchmesser: 142984 km
Umlaufzeit: 11,86 Jahre
Rotation: 9h 55min
Abstand zur Erde: 590,1 - 970,65 Mio. km
Monde: zurzeit 63 bekannte